Chronik

Schulchronik

 

Wie in alten Handschriften zu lesen, war Großschönau im 12. Jahrhundert unter dem Kuenringer Hadmar II seelsorglicher, wirtschaftlicher und politischer Mittelpunkt von 21 Siedlungen. Es ist mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass schon damals Bildung in einfachster Form in „Pfarrschulen“ vermittelt wurde.

Das älteste Grundbuch der Herrschaft Rastenberg um 1500 begonnen, verzeichnet in Großschönau unter einer Eintragung aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bei einem Kleinhaus den „ Schulmeister“ als Inhaber, jedoch ohne dessen Namen zu nennen. Es befand sich ungefähr dort, wo heute das Haus Nr. 5 schräg gegenüber der Kirche steht.

Im Visitationsbericht von 1590 wird ein Schulmeister erwähnt, allerdings auch nicht namentlich. Von diesem wird berichtet, dass er „subutraque“ ( unter beiden Gestalten Brot und Wein ) kommuniziere, also dem Protestantismus nahe stand.

Erst 1636 wird erstmals ein Schulmeister zu Großschönau namentlich genannt, als nämlich Hans Pfeiffer, der „ alt Schulmeister“ seine Hofstätte verkauft. ( Archiv Rastenberg )

Interessant ist, dass in den Jahren 1680 -1698 in den Kirchenmatriken ohne Unterbrechung ein Johann Fasching aufscheint, vorher genannt Johann Masopust, dem man seinen ursprünglich tschechischen Namen kurzweg in „ Fasching“ übersetzt hatte.

1746 wird ein Umbau des „alten Schulhauses“ erwähnt, zu dem die eingepfarrten Orte einen Beitrag leisten mussten.

Während die Josephinische Fassion der Jahre 1786/87 die Schule als Haus Nr. 45 beschreibt, begann die Pfarrgemeinde ein Jahr später mit dem Neubau, der 1793 vollendet war ( Nr. 49).

1843 wurde das Schulgebäude zu einer zweiklassigen Schule erweitert und aufgestockt.

1869 wurden die Patronatsschulen ( für Großschönau Stift Zwettl ) in öffentliche Schulen um- gewandelt.

Weiters wurde die Lehrerbesoldung geregelt, die Schulgemeinden wurden festgesetzt und die allgemeine Schulpflicht wurde gesetzlich eingeführt. Damals entstanden auch neue Titel.

1882 wurden 219 Schüler in 2 Klassen unterrichtet. ( Vormittags-und Nachmittagsunterricht).

1884/85 begann man mit dem Umbau der Schule auf die heutige Größe ( jetziges Gemeindeamt ).
In Großschönau gab es schon 1890 die erste weibliche Lehrkraft namens Josefine Schober.
Diese mussten sich verpflichten während der Zeit ihrer Dienstleistung nicht zu heiraten.

1892 wurde die Schule dreiklassig und eine dritte Lehrkraft wurde zugebilligt.

Das Schuljahr 1900 brachte mit 237 Schülern einen absoluten Rekord an Schülerzahlen.

Man schaffte Turngeräte an und das Mädchenturnen wurde eingeführt.

Im Jahr 1911 wurde das Schulhaus mit Ziegeln gedeckt und eine vierte Klasse eingerichtet.

Während des 1. Weltkrieges trugen die Lehrerinnen die Hauptlast des Unterrichts.

Am 1. Okt. 1919 wurde der ungeteilte Vormittagsunterricht eingeführt, das heißt der Nachmittagsunterricht abgeschafft. Die Lehrerinnen durften von nun an heiraten.

Personelle Schwierigkeiten und Differenzen mit der Bevölkerung im Jahr 1923, die vor allem auf politische Ursachen zurückzuführen waren, brachten eine vollständige Erneuerung des Lehrkörpers und so übernahm im Herbst 1923 der neu ernannte Oberlehrer Rudolf Vatter die Leitung der Schule.

Im Mai 1940 rückte Oberlehrer Vatter ein und Elise Föderl übernahm die Leitung der Volksschule.

Das Schuljahr 1945 begann mit der prov. Leitung von Frau Lehrerin Maria Vatter, der Gattin, des sich in Kriegsgefangenschaft befindlichen Oberlehrers.

1957/58 übernahm vorübergehend der Volksschullehrer Helmut Seybold die prov. Leitung der Schule.

Mit 1. Mai 1958  wurde Josef Tomaschek zum definitiven Schulleiter ernannt.

1958 wurden die Pflichtsprengel festgelegt.
 Ab dem Schuljahr 1971/72 wurde die Durchführung der Schülerfreifahrten und der Gratisschulbuchaktion beschlossen..

Am 4. Sept. 1978 wurde die Schule erstmals wieder zweiklassig.

Der Schulversuch „ Vorschulenglisch“ wurde in der 3. + 4. Schst. eingeführt.

1978 nahm der eingruppige, neu erbaute Kindergarten seinen Betrieb auf.

Am 29.11.79 starb VS Dir. Josef Tomaschek völlig überraschend und Josef Bruckner wurde mit der Leitung betraut.

1982 wurde die Schule mit einer Hackschnitzelheizung ausgestattet.

1992 wurden die Volkschule und das BETZ mit Turnsaal in der Harmannsteinerstraße neu erbaut.

Im Schuljahr 2010/11 übernahm Anna Bruckner die Leitung der VS Großschönau.
Von Sept. –Dez. 2011 betraute man den  Direktor der Volksschule Weitra Franz Zeilinger  vorübergehend mit der Leitung der Volksschule Großschönau.

Seit 1. Jänner 2012 ist VD Elfriede Reinöhl-Murth Leiterin der Volksschulen Weitra und Großschönau.